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Nächster Skandal in Elmshorner Stadtverwaltung

Millionenschaden durch ungenehmigte Stellen

Ein neuer Skandal erschüttert das Elmshorner Rathaus. Als Erik Sachse (kleines Foto links) Ende vorigen Jahres von Bürgervorsteher Andreas Hahn im Amt des Oberbürgermeisters vereidigt wurde, dürfte er nicht geahnt haben, was gleich im ersten Jahr an schwierigen Aufgaben auf ihn zukommen würde. (Fotos: Frank/rs)

Elmshorn (rs) Die Bombe platzte nach Informationen der Holsteiner Allgemeinen Zeitung Mittwochabend im Ältestenrat. Oberbürgermeister Erik Sachse (parteilos) und sein Leitungsteam informierten die Mitglieder des Gremiums darüber, dass die Stadtverwaltung über Jahre mehr Personal beschäftigt hat, als von der Politik genehmigt.
506,81 Vollzeitstellen hatte die Politik etwa für 2026 abgesegnet mit der Maßgabe, diese auf 500 im laufenden Jahr abzuschmelzen. Tatsächlich werden derzeit aber Mitarbeitende für insgesamt 541,24 Vollzeitstellen beschäftigt. Das entspricht Mehrausgaben von über 2 Millionen Euro, die allein 2026 über den Genehmigungsrahmen hinaus für Personal ausgegeben werden.
„Ich bin erschrocken, verärgert und stinksauer“, sagte der Hauptausschussvorsitzende Immo Neufeldt unserer Zeitung. 
Dass der Politik die Differenz nie auffiel, ist naheliegend. Denn längst nicht alle Beschäftigten der Stadtverwaltung sind in Vollzeit beschäftigt. Sehr viele nutzen Teilzeitmodelle, so dass es deutlich mehr als 700 Beschäftigte gibt. Da Stellen im öffentlichen Dienst unterschiedliche Kosten nach Familienstand, Beschäftigungsdauer und anderen Faktoren nach sich ziehen, zudem der Datenschutz berücksichtigt werden muss, ist der Stellenplan für Außenstehende nahezu nicht überprüfbar. Allerdings gibt es interne Controlling-Maßnahmen. Zuallererst das Rechnungsprüfungsamt im Haus. Alarm geschlagen hat es offenbar nicht.
„Ich bin Erik Sachse unendlich dankbar dafür, dass er den Vorgang aufgedeckt hat. Genau dafür haben wir ihn ins Amt geholt, dass er sich auch um die unangenehmen Dinge kümmert“, sagte Neufeldt. Die Betroffenheit im Ältestenrat soll groß gewesen sein. Drei Stunden tagte das Gremium. Im Anschluss informierte Neufeldt als Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses sämtliche Mitglieder des Stadtverordnetenkollegiums. 
Bestätigen sich die Angaben der Verwaltungsspitze, werden die Stellen nicht von heute auf morgen gestrichen werden können. Die Beschäftigten haben gültige Verträge. Zu erwarten ist ein Abschmelzen der Stellen durch Fluktuation über mehrere Jahre. Zuständig für den Personalbereich ist das Hauptamt. Dort laufen aktuell ohnehin Ermittlungen. 
Sachses Vorgänger im Amt des Oberbürgermeisters, Volker Hatje, erklärte auf Anfrage, er habe vom Hauptamt immer die Auskunft bekommen, der Stellenplan in seiner Gesamtheit werde eingehalten. 

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