Elmshorn (jhf) In der Innenstadt leben Menschen und Stadttauben auf engstem Raum zusammen. Die Initiative Stadttauben Elmshorn schätzt den Bestand der Vögel auf 200 bis 300 Exemplare rund um die Fußgängerzone und auf weitere 60 bis 80 am Bahnhof. Was viele Menschen in der Vergangenheit störte: Das Federvieh lief auf Nahrungssuche in die Geschäfte und war krank. Die etwa zehn Taubenschützerinnen wollen beides verhindern.
Spezielle Körnermischung als Futter
Zum einen sammeln sie sonntags Nistplätze am Alten Markt, in der Kö und im Bahnhofsumfeld nach Taubeneiern ab, die sie auf eigene Kosten gegen Attrappen tauschen. 2025 waren es 70 Stück. Die Ehrenamtlichen wollen dadurch den Bestand verringern. Zum anderen füttern sie die Tiere mit einem speziellen Taubenfutter aus Getreide und Sämereien von der Schnelsener Mühle. Mitstreiterin Andrea Lokies streut die Körnermischung im Winter täglich neben dem Torhaus an einer Futterstelle aus, die die Stadt im Herbst aufstellte und bezahlte. Ein Baubetriebshofmitarbeiter konstruierte den Stand so, dass Ratten nicht ans Futter gelangen.
Falsche Ernährung führt zu Krankheiten
Allerdings befüllten Passanten den Trog immer wieder mit Brot, Karotten, Kuskus und anderen Lebensmittteln. Susanne Gentzsch, Sprecherin der Initiative, warnt: „Wir möchten nicht, dass sich die Tauben von Müll ernähren. Das führt zu flüssigem Kot, Mangelernährung und Krankheiten.“ Die Aktiven brachten daher an der Futterstelle ein Schild an. Darauf zu lesen ist ein Appell in Deutsch, Türkisch und Arabisch im Namen der Stadttauben: „Bitte füttern Sie uns nicht zusätzlich“.
Aktive suchen weiterhin Standort für ein Taubenhaus
Die Initiative sucht weiterhin einen Standort für ein Taubenhaus, in dem sie die Vögel füttern und die Eier effektiver tauschen könnte. Oberbürgermeister Erik Sachse sagte ihnen Hilfe zu, damit sie noch vor dem Abschluss des Stadtumbaus einen Platz finden. Nach Ansicht der Taubenschützer sollte die Stadt zudem einen Mitarbeiter für die Betreuung des Taubenschlags einstellen. Ehrenamtlich sei das nicht zu leisten. Eutin und süddeutsche Kommunen gingen mit gutem Beispiel voran. Nutznießer wären Tauben und Händler. Das Spendenkonto findet sich auf www.wildtier-und-artenschutzzentrum.de/initiative-stadttauben