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„Ich fühle mich bedroht“

Uetersener CDU-Fraktionsvorsitzender Holger Köpcke tritt zurück

Holger Köpcke will mit der CDU nichts mehr zu tun haben. (Foto: Frank)

Uetersen (jhf) Zoff in der CDU: Die Ratsmitglieder Holger Köpcke und Svenja Blaedtke traten aus der Fraktion und der Partei aus. Köpcke gab damit seinen Fraktionsvorsitz ab. Beide Politiker wollen aber 
ihre Mandate behalten und zunächst fraktionslos in der Ratsversammlung mitarbeiten.

Zwei-Drittel-Mehrheit gegen Karabacak kündigte sich an

Auslöser war für Köpcke die Fraktionssitzung am 19. Januar im Rathaus. Es herrschte Krisenstimmung wegen der damals bevorstehenden, inzwischen abgesagten Sondersitzung der Ratsversammlung, in der SPD, Grüne, Bürger für Bürger Uetersen und FDP Baris Karabacak als Bürgervorsteher abberufen wollten. Bereits zuvor war bekannt, dass drei CDU-Mitglieder, darunter Köpcke, gegen Karabacak stimmen wollten. Die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit für dessen Abberufung wäre damit zustande gekommen.

Kölbl und Balasus schalteten sich ein

Angesichts dieser Krise hatten der CDU-Landtagsabgeordnete Martin Balasus und der CDU-Bundestagsabgeordnete Daniel Kölbl die drei Abweichler angerufen. Da diese sich nicht umstimmen ließen, sollen die Abgeordneten Karabacak aufgefordert haben, sein Amt als Bürgervorsteher und sein Ratsmandat niederzulegen. Kölbl bestätigt das nicht. Karabacak erklärte aber in der Fraktionssitzung seinen Rücktritt als Bürgervorsteher und verließ umgehend den Raum. Sein Mandat behielt er. Die CDU stellte Köpcke daraufhin zur Rede, weil er im Dezember eine schriftliche Rüge an Karabacak unterschrieben hatte. Es kam zu einer lautstarken Auseinandersetzung.

Köpcke befürchtet mehr Druck seitens Karabacak

Mit Unbehagen erinnerte sich Köpcke zudem an ein Telefonat mit Karabacak am 7. Januar. Dieser habe sinngemäß gedroht: Wenn Köpcke nicht hinter ihm stehe, werde er, Karabacak, seinen Kritikern öffentlich Rassismus vorwerfen. Karabacak dagegen weist Köpckes Darstellung zurück: „Die mir zugeschriebene Aussage ist falsch. Ich habe sie weder so noch sinngemäß geäußert“, erklärte er gegenüber der Holsteiner Allgemeine. „In dem Telefonat habe ich weder gedroht noch irgendwelche Bedingungen gestellt.“ Allerdings erhielt die Holsteiner Allgemeine am Abend des 7. Januar eine Pressemitteilung von Karabacak, in der er seinen Kritikern Rassimus vorwarf. Köpcke stellt fest: „Ich fühle mich bedroht.“ Er befürchtet, dass das Team Karabacak noch mehr Druck auf Kritiker ausüben werde. „Mit solchen Leuten kann ich nicht zusammenarbeiten“, sagte der 78-Jährige.

Svenja Blaedtke: “Spaß an der Arbeit verloren”

Blaedtke begründete ihren Austritt nicht mit dem Streit um Karabacak. Vielmehr hätten die Unstimmigkeiten in der Fraktion ihr den Spaß an der politischen Arbeit verdorben.

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