Kreis Pinneberg (rs) Sie sehen putzig aus, tragen aber eine große Gefahr für die menschliche Gesundheit in sich. Die Rede ist von Waschbären. In ihnen lauert der Waschbär-Spulwurm, der auch auf Menschen übergehen und schwere gesundheitliche Schäden verursachen kann.
Vor dem Hintergrund einer immer größeren Verbreitung des invasiven Raubtieres warnt die Kreisjägerschaft Pinneberg: „Halten Sie sich fern von Waschbären!“
Das wird mehr und mehr zur Herausforderung. Denn ihre Zahl in Schleswig-Holstein steigt nahezu explosionsartig. Waren im Jagdjahr 2023/2024 noch
2228 dieser Tiere im Land erlegt worden, was auch schon ein Anstieg um 20 Prozent gegenüber dem Jahr zuvor gewesen war, so weist die Strecke im aktuellen Jahr bereits 3820 Tiere auf. Und es folgen noch fünf Monate.
Im Kreis Pinneberg wurden 2024/2025 insgesamt 26 Tiere zur Strecke gebracht. Im Jagdjahr danach waren es 33. Die Zahl der Waschbären wächst also auch hier – nicht dramatisch, aber doch deutlich. In ganz Deutschland wird von 1,6 bis 2 Millionen Waschbären ausgegangen. Und schon ein einziger Kontakt zu den Tieren, die keine Scheu haben, auf ihrer Nahrungssuche immer stärker in Städte und Dörfer vorzudringen, stellt ein Risiko dar.
Denn zwischen 50 bis 70 Prozent der kleinen Räuber sind vom Waschbär-Spulwurm befallen. Dieser kann auch auf den Menschen übergehen.
Menschen infizieren sich nicht durch das Tier selbst, sondern durch das versehentliche Verschlucken mikroskopisch kleiner Eier des Spulwurms aus dem Kot. Und den setzen die Tiere wegen steigender Verbreitung auch immer mehr in bewohnten Gebieten ab: in Sandkästen, Gärten, auf Holzstapeln, kurz: überall da, wo sich auch Waschbär und Mensch begegnen können.
Spielen beispielsweise Kinder in einer Sandkiste, die durch Waschbär-Kot kontaminiert ist, können sie die Spulwurm-Eier aufnehmen. Diese entwickeln sich im Darm zu Larven weiter, die sich durch die Darmwand bohren und durch den Körper wandern können. Im Gehirn können sie dann schwere, teils bleibende neurologische Anfälle verursachen. Sehstörungen in den Augen, gar Erblindung, können ebenso eine Folge sein wie Entzündungen in Leber oder Lunge.
„Bislang sind solche Infektionen zum Glück noch nicht an der Tagesordnung“, sagt Hans Wörmcke, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Pinneberg, „Panik ist also nicht angebracht.“ Aber je mehr sich Wachbären ausbreiten, desto stärker steige auch die Wahrscheinlichkeit, mit dem Kot in Kontakt zu kommen. „Und wenn trockener Waschbär-Kot aufgewirbelt werde, können gleich Tausende von Eiern durch die Luft fliegen“, so
Wörmcke. Die Kreisjägerschaft Pinneberg werde deshalb weiterhin konsequent Waschbären bejagen.
Warnung vor Kontakt mit Waschbären
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